Der Wolf träumt
Video zur Bildstrecke: Im Buch ist diese Szene aus dem Video aus einzelnen Screenshots zu einer Bildstrecke zusammengefügt und das Wolfsverhalten Bild für Bild ausführlich erklärt.
Legenden im Buch S. 340ff
Der Wolf träumt
Video zur Bildstrecke: Im Buch ist diese Szene aus dem Video aus einzelnen Screenshots zu einer Bildstrecke zusammengefügt und das Wolfsverhalten Bild für Bild ausführlich erklärt.
Legenden im Buch S. 340ff
Stefano Polliotto stösst im März auf etwa 1600 Meter Höhe auf einen Wolf, der im weichen Tiefschnee eine geschwächte Gämse erbeutet hat. Nach dem er sich kugelrund gefressen hat, versteckt er die übrigen Brocken in der Umgebung, wie es Wölfe oft tun, wenn sie mehr Beutetiere erwischen, als sie im Moment fressen können. So vergräbt der Wolf ein Bein der Gämse im Schnee. Einerseits, damit es frisch bleibt und andererseits, dass ihm die Raben den Brocken nicht klauen. Dann legt er sich für ein Schläfchen in den Schnee, denn das dicke Winterfell gibt in der Frühlingssonne ziemlich warm. Die Gämse, die zwanzig Meter über dem Wolf auftaucht, weiss genau, dass der Prädator in dieser Situation nicht gefährlich ist und lässt sich gemütlich in der Nähe zum Wiederkäuen nieder. Während der Wolf auf dem Rücken offensichtlich träumt, was man an den Bewegungen des Schwanzes und der Pfoten sieht, zeigen die Gämsen, wie gut sie mit der Anwesenheit von Wölfen in ihrem Lebensraum umgehen können. Wie der Wolf etwas später von den Menschen, die sich ihm während des Schlafs genähert haben, Witterung bekommt, macht er sich sofort davon. Wo gejagt wird, sind Menschen von allen Wildtieren – anders als natürliche Feinde – weit mehr und dauerhaft gefürchtet.
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Stefano Polliotto stösst im März auf etwa 1600 Meter Höhe auf einen Wolf, der im weichen Tiefschnee eine geschwächte Gämse erbeutet hat. Nach dem er sich kugelrund gefressen hat, versteckt er die übrigen Brocken in der Umgebung, wie es Wölfe oft tun, wenn sie mehr Beutetiere erwischen, als sie im Moment fressen können. So vergräbt der Wolf ein Bein der Gämse im Schnee. Einerseits, damit es frisch bleibt und andererseits, dass ihm die Raben den Brocken nicht klauen. Dann legt er sich für ein Schläfchen in den Schnee, denn das dicke Winterfell gibt in der Frühlingssonne ziemlich warm. Die Gämse, die zwanzig Meter über dem Wolf auftaucht, weiss genau, dass der Prädator in dieser Situation nicht gefährlich ist und lässt sich gemütlich in der Nähe zum Wiederkäuen nieder. Während der Wolf auf dem Rücken offensichtlich träumt, was man an den Bewegungen des Schwanzes und der Pfoten sieht, zeigen die Gämsen, wie gut sie mit der Anwesenheit von Wölfen in ihrem Lebensraum umgehen können. Wie der Wolf etwas später von den Menschen, die sich ihm während des Schlafs genähert haben, Witterung bekommt, macht er sich sofort davon. Wo gejagt wird, sind Menschen von allen Wildtieren – anders als natürliche Feinde – weit mehr und dauerhaft gefürchtet.